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News-Archiv 2010



Richard Penninger (7. v.r.) im Kreise des international zusammengesetzten Wissenschaftlerteams am „Johns Hopkins Medical Institute“ in Baltimore.
Bildquelle: Penninger privat



23.09.2010

Linzer an Entwicklung eines neuen Diagnoseverfahrens an US-Eliteuniversität beteiligt


Richard Penninger ist kein Mann der bloßen Worte. Vielmehr ließ der angehende Absolvent des Studiengangs Medizintechnik der FH Oberösterreich in Linz auch seine Leistungen für sich sprechen. Diese waren so gut, dass er nach einjährigem Praktikum und Diplomarbeit an der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) nun sein Doktorat an der angesehenen belgischen Universität Gent in Angriff nimmt – mit einer Jobzusage der Johns Hopkins University in der Tasche.



Am Johns Hopkins University Medical Institute war Penninger an einer Forschungsabteilung tätig, welche hauptsächlich an vestibulären Implantaten und neuen Geräten zur Computertomographie forscht. Seine Aufgabe bestand vor allem darin, eine neue Generation dieser Geräte zu testen, mit denen sich auch das erstmals 1998 in Baltimore diagnostizierte „Superior Canal Dehiscence Syndrome“ feststellen lässt. Bei dieser Krankheit beeinträchtigen kleine Öffnungen in einem der drei Bogengänge des Gleichgewichtssystems die akustische und visuelle Wahrnehmung stark und schränken so die Lebensqualität der PatientInnen signifikant ein. Die Herausforderung bestand insbesondere darin, die Auflösung der Bilder zu verbessern. „Durch die von Prof. (FH) Dozent Dr. Thomas Haslwanter geleiteten Lehrveranstaltungen zu Bildverarbeitung und Matlab im Rahmen meines Studiums konnte ich recht effizient an das Thema herangehen“, zeigt sich der 23-Jährige von seinem medizintechnischen Rüstzeug überzeugt. Prof. (FH) Haslwanter sei ihm auch aus der Ferne mit fachlichen Inputs zur Verfügung gestanden.

Internationales Echo auf patientenschonende Forschungsarbeiten
Als Ergebnis der Forschungsarbeiten wird nun künftig ein Cone-Beam-Scanner der Firma Siemens für die Diagnose des Krankheitsbildes herangezogen. ÄrztInnen können nun bessere Bilder erzeugen, gleichzeitig bekommen die PatientInnen eine geringere Dosis an radioaktiver Strahlung ab. Die Gefahr fehlerhafter Diagnosen sinkt signifikant, das Risiko unnötiger Operationen wird verschwindend gering. Richard Penninger präsentierte seine Resultate auf Konfenrenzen in Las Vegas, Anaheim und sogar in der isländischen Hauptstadt Reykjavik.

Nächste Station: Belgien
Nachdem Richard Penninger im Herbst seine Diplomurkunde als Absolvent des Linzer Medizintechnik-Studiums entgegen nehmen wird, zieht es ihn für drei Jahre an die Universität der belgischen Stadt Gent. Dort wird er in einem Doktoratsstudium (PhD) sein erworbenes Wissen weiter vertiefen und spezialisieren. Dem US-Wissenschaftsmagazin „The Scientist“ zufolge ist die Uni Gent die sechstbeste Stätte für akademisches Arbeiten außerhalb der USA. Penningers Pläne für die Zeit danach sind noch nicht konkret, das Angebot der Johns Hopkins University für einen Forscherarbeitsplatz in Baltimore ist freilich sehr verlockend.


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